

Da nach 1933 viele jüdische Jugendliche ohne berufliche Qualifikation in die Niederlande strömten, beschloss die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit) mit dem „Jüdischen Werkdorf Nieuwe Sluis“ ab 1934 eine große Ausbildungsstätte zu schaffen; hier wurden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija) oder Übersee. Die Ausrichtung war in religiöser oder politischer Hinsicht neutral; nur etwa ein Drittel der Umschüler waren auch Chaluzim (zionistische Pioniere).
Nach Schließung des Werkdorps im März 1941 kam es anlässlich einer Bombenexplosion im Marine-Offiziersclub in Amsterdam zu einer Vergeltungsaktion der SS. 300 Jugendliche wurden im Juni 1941 bei der zweiten großen Razzia in Amsterdam verhaftet, darunter auch junge Männer aus Bochum.
Die zunächst im KL Schoorl Inhaftierten wurden zur „Sonderbehandlung“ in das KL Mauthausen deportiert. Dort wurden sie durch extrem harte Arbeit im Steinbruch und oftmals tödliche medizinische Experimente ermordet. Keiner überlebte das Jahr 1941.
Veranstaltungsort: Historischer Nordbahnhof, Bochum, Ostring 15.
Anmeldung unter: anmeldung@initiative-nordbahnhof-bochum.de